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Glas aus Ostbayern
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Die Verbundenheit mit der Tradition des Glasmachens und das Streben, die Produkte aus dem Werkstoff Glas stets zu verfeinern, haben der Glasregion Ostbayern zu Weltruf verholfen. Sowohl Gebrauchsglas namhafter Hersteller als auch künstlerisch gestaltete Glasobjekte kleiner Werkstätten – beides ist rund um den Erdball gefragt.
Nicht erst im Zeitalter der Globalisierung findet Glas aus Ostbayern weltweit Freunde und Abnehmer. So machte der legendäre Glashüttenbaron Ferdinand von Poschinger sein Buchenauer Glas um die Jahrhundertwende über die Grenzen Europas hinaus bekannt und präsentierte seine Erzeugnisse 1893 auf der Weltausstellung in Chicago. Der Name Poschinger hat bis heute einen guten Ruf, denn das Jugendstilglas aus der Frauenauer Poschinger-Hütte, der ältesten Glashütte im Bayerischen Wald, findet seine Liebhaber im In- und Ausland. Kaum ein Glasbetrieb Ostbayerns setzt nicht aufs Auslandsgeschäft – ob Eisch in Frauenau, die seit kurzer Zeit unter Schweizer Führung stehende Glashütte Theresienthal oder kleine Firmen wie das durch feinsten Glasschliff bekannte Familienunternehmen Rimpler in Zwiesel. Sie alle zählen auf den Verkauf rund um den Globus. Eine Richtschnur ist die Messe in Frankfurt, auf der jeder, der etwas auf sich hält, präsent ist – und Aufträge aus der ganzen Welt mit nach Hause nimmt.
Bei der Nachtmann-Gruppe in Neustadt an der Waldnaab macht der Export fast 60 Prozent des Geschäfts aus, zwei Drittel der Produkte gehen in die USA. Daher gilt Nachtmann als „größter Exporteur von Bleikristall in die USA“. Mehr als 60 Millionen Stück Glasartikel von feinen Trinkglasgarnituren bis hin zu Glasleuchten verlassen alljährlich die Produktionsstätten. Ist es in Deutschland die Erfolgsserie „Marc Aurel“, die mit ihrer klaren Formensprache ankommt, so ist in Amerika stark geschliffenes Bleikristall gefragt, im Nahen Osten das äußerst prunkvolle Glas mit Goldverzierung. War es bei Schott Zwiesel 1999 die Milleniums-Glasserie, die zum Exportschlager avancierte, so will man mit der „Esprit house Glaskollektion“ weitere internationale Erfolge erzielen. Seit Februar 2000 wird der europäische Markt erfolgreich aufgebaut, wobei die Niederlande zurzeit den besten Markt für Esprit bieten. Im nächsten Schritt folgen die Überseeländer, insbesondere die asiatischen Märkte Singapur, Hong Kong, Taiwan. Korea und Japan.
Entscheidend für den Erfolg vieler ostbayerischer Firmen sind nicht zuletzt bestimme Teilbereiche der Produktion. So hat sich der Bodenmaiser Familienbetrieb Joska mit Glaspokalen einen Namen gemacht. Der Anteil der Pokal- und Trophäenproduktion liegt bei 25 Prozent des Gesamtgeschäfts und resultiert aus der Präsenz im internationalen Sportleben. Seit 1987 stellt Joska die weltbekannte FIS-Weltcup-Kugeln für den Ski-Weltcup her und ist damit bei allen wichtigen Ereignissen im Skizirkus vertreten. Auch die Skispringer-Stars der Vierschanzentournee, die Tennis-Asse am Hamburger Rorhenbaum oder die Sieger der Formel 1 schmücken sich mit Trophäen von Joska. Mit ihrem Engagement hat es die Glashütte geschafft, dass Glaspokale den Trophäen aus Metall den Rang abgelaufen haben.
Die Glashütte Lamberts in Waldsassen setzt auf Antikglas und Restaurationsgläser, die weltweit Abnehmer finden. Der Betrieb hat sich zur führenden Glashütte im Bereich der Altbaurenovierung, Denkmalrestaurierung und Altstadtsanierung entwickelt. Für originalgetreue Restaurierung stilvoller Altbauten ist mundgeblasenes Restaurationsglas unverzichtbar. So werden etwa echte Butzen in handwerklicher Einzelproduktion nach der traditionellen Mundblasmethode hergestellt.
Ob Einzelproduktion besonderer Gläser, künstlerische Gestaltung oder Serienprodukt für feine Tischkultur: Glas aus Ostbayern trägt zu einer schöneren Umgebung bei – weltweit.
Carmen Keller